Im Gespräch mit myriamed

21.04.2021

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Die myriamed GmbH verfügt über eine einzigartige Expertise in der Entwicklung von Zell- und Gewebemodellen aus humanen, induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSC) für Anwendungen in der Arzneimittelentwicklung. Kunden erhalten durch myriamed Zugang zu hochwertigem, biologischen Material sowie maßgeschneiderten Krankheitsmodellen für die Durchführung von Arzneimittelprüfungen. Die myriamed Technologien werden von Kunden in Europa, Nordamerika und Asien genutzt, um Patientennah unter Verzicht auf Tierexperimente sichere und wirksame Arzneimittel in die klinische Anwendung zu bringen.

Wir haben den Gründer Prof. Dr. Wolfram Zimmermann und den Managing Director Dr. Wolf Jockusch gebeten die Entwicklung des Unternehmens am Standort Göttingen zu beschreiben.

Die myriamed gibt es seit 2012: Wie hat sich das Unternehmen am Standort entwickeln können? Was war bei der Entwicklung besonders hilfreich?

„Die Firma wurde im Jahr 2012 von Prof. Dr. Wolfram Zimmermann und Kollegen als Ausgründung des Universitätsklinikums Göttingen (UMG) ins Leben gerufen. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf dem Transfer von prioritären Methoden aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie sowie der Pilotierung und Validierung eines Basis-Produktportfolios. Die Nähe zu der Arbeitsgruppe von Prof. Zimmermann an der UMG war und ist für den Transfer der komplexen akademischen Innovationen aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie in einen kommerziellen Kontext besonders wichtig. Das Zusammenspiel zwischen MBM Science Bridge, der UMG und myriamed war dabei stets von Transparenz und pragmatischen Lösungen geprägt. Ganz entscheidend ist, dass das von der AG Zimmermann entwickelte und durch die myriamed von der UMG einlizensierte geistige Eigentum im Rahmen klar umrissener Kooperationsverträge gemeinsam und marktnah validiert werden kann. Dieser Weg ist aus unserer Sicht zwingend erforderlich und sollte prototypisch für den Transfer komplexer akademischer Erfindungen in die kommerzielle Anwendung sein.“

Was würden Sie anderen Startups raten, die am Standort Göttingen gründen wollen oder gerade gegründet haben?

„Von experimentellem Ergebnis bis zu Transfer für die Kommerzialisierung vergehen in der Regel viele Jahre. Am Anfang steht die Identifikation eines Geschäftsfeldes in dem eine Innovation ein Problem lösen kann. Im Fall von myriamed ist es der Bedarf an menschlichen Modellen für die Arzneimittelentwicklung, um sichere und wirksame Arzneimittel in die klinische Anwendung zu bringen. Die aktuell noch weit verbreiteten Verfahren in der Arzneimittelentwicklung (Zelllinien, Tiermodelle) identifizieren Sicherheit und v.a. auch Wirksamkeit von sogenannten Arzneimittel-Entwicklungskandidaten nur unzureichend; das Ergebnis ist eine Abnahme an Zulassungen wirklich neuer Arzneimittel und damit ein Mangel an Therapiemöglichkeiten bei schwerwiegenden Erkrankungen. Neue Modelle in die Arzneimittelentwicklung einzuführen, auch bei überzeugendem Nutzen, ist eine Herausforderung. Dafür braucht es neben guter Technologie und Argumenten v.a. auch langen Atem, ein hervorragendes fachlich breit aufgestelltes Team und finanzielle Unterstützung. Die Beratungsangebote der GWG, dem SNIC oder der Life Science Factory am Standort Göttingen sind hervorragend und sollten von neuen Gründungen unbedingt angenommen werden.“

Die erfolgreiche Unterstützung konnten wir mit unserem Angebot der Technologieberatung seit letztem Sommer fortsetzen: „Das Unternehmen myriamed ist ein spannendes Startup im Lifescience-Bereich. Die Technologie, die im Unternehmen entwickelt wird, soll zu einer Reduktion der Tierversuche bei der Zulassung in der präklinischen Phase führen. Hierzu hat das Unternehmen zwei Anträge beim BMWi und BMBF gestellt - die Technologieberatung hat gern, das Unternehmen hierbei unterstützt. Auch wurde das Unternehmen unterstützt, sein Netzwerk zu erweitern.“ Peter Oswald, Technologieberater im Auftrag der GWG mbH.

Zeitleiste:

  • Gründung im Jahr 2012
  • 2012-2018: Transfer und Validierung von Modellen aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Göttingen
  • Seit Mitte 2019 in eigenen Räumlichkeiten im Science Park Göttingen operativ tätig
  • Insgesamt 14 Mitarbeiter*nnen

 

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