Welche Unterstützung gibt es für Unternehmen?

18.05.2021

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen werden durch das Virus erwartet?

Die Coronavirus-Epidemie führt zu deutlichen Bremsspuren in der niedersächsichen Wirtschaft. Bei vielen Unternehmen sind durch Umsatzeinbrüche die Liquidität und damit auch Arbeitsplätze gefährdet. Der überwiegende Teil der Betriebe in Niedersachsen erwarten in den kommenden Wochen Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Geschäfte.

Förderprogramme der NBank

Härtehilfe Niedersachsen
(Antragsstellung bis 31.08.2021)

Das Förderprogramm "Härtehilfe Niedersachsen" richtet sich an Unternehmen und Soloselbständige im Haupterwerb, die besonder stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und bislang durch das Raster für eine Förderung durch bestehende Corona-Hilfsprogramme gefallen sind.

Förderhöhe und Voraussetzungen

  • Der Förderzeitraum umfasst November 2020 bis Juni 2021.
  • Die Förderung im Förderzeitraum darf den Betrag von 5.000 Euro nicht unterschreiten und den Betrag von 100.000 Euro nicht übersteigen.
  • Die Höhe der Förderung bemisst sich nach der pandemiebedingten bisher nicht ausgeglichenen Belastung, das heißt im Regelfall an den förderfähigen ungedeckten Fixkosten (z.B. Miete, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen, Versicherungen, Abonnements und andere feste betriebliche Ausgaben)
  • ebenfalls sind bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20 000 Euro pro Monat zur Umsetzung von Hygienekonzepten anrechnungsfähig. Förderfähig sind Kosten, die im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind.
  • Investitionen in Digitalisierung (z.B. Aufbau oder Erweiterung eines Online-Shops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) können einmalig bis zu 20 000 Euro als erstattungsfähig anerkannt werden.
  • die Härtefallhilfe Niedersachsen kann ausschließlich über prüfende Dritte wie Steuerberaterinnen, inklusive Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüferinnen, vereidigte Buchprüfer*innen oder Rechtsanwälte gestellt werden.
  • die Bewertung des Antrags erfolgt über ein Scoring-Modell (Kriterien sind z.B. gesicherte Dauerarbeitsplätze und Ausbildungsplätze, zentrale/besondere regionale Bedeutung)

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf dem Webportal www.haertefallhilfen.de.

NBank Niedersachsen-Schnellkredit
(Antragsstellung bis 23.12.2021)

Mit dieser Förderung unterstützen das Land Niedersachsen und die NBank kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen, die im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Pandemie in vorübergehende Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind.

  • antragsberechtigt sind niedersächsische Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten
  • bis zu 100 % Finanzierung, Auszahlung zu 100 % - Darlehensbetrag: 10.000 Euro bis 300.000 Euro, maximal jedoch 50 % des Jahresumsatzes 2019
  • Antragstellung im Hausbankverfahren mit Haftungsfreistellung
  • das Unternehmen muss mindestens seit dem 01.10.2019 wirtschaftlich aktiv sein
  • Das Darlehen wird mit 3 % p.a. fest für die gesamte Laufzeit verzinst. Die Zinsen sind jeweils zum Quartalsende nachträglich zu zahlen
  • Bei einer 5-jährigen Laufzeit ist 1 Jahr tilgungsfrei. Bei Laufzeiten von 7 und 10 Jahren werden 2 Tilgungsfreijahre gewährt.
  • Eine einmalige vollständige außerplanmäßige Tilgung ist während der Darlehenslaufzeit ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Details zur Beantragung und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der NBank-Webseite.

Entlastung Ausbildungsbetriebe
(Antragstellung bis 31.10.2022)

Niedersächsische Ausbildungsbetriebe können das Förderprogramm „Entlastung Ausbildungsplätze“ in Anspruch nehmen und eine Prämie erhalten, wenn sie bestehende Ausbildungsverträge verlängern oder zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Ziel der Prämie ist es, die betriebliche Ausbildung auch während der Corona-Pandemie zu unterstützen.
Förderhöhe und Voraussetzungen:

  • 500 € bei Verlängerung eines Ausbildungsvertrags bzw. 1.000 € bei Schaffung eines zusätzlichen Ausbildungsplatzes
  • Die Prämie wird nur einmal je Unternehmen und für maximal 10 Auszubildende gewährt.
  • Förderprogramme des Bundes mit gleichem Inhalt oder gleicher Zielsetzung (wie das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“) sind vorrangig in Anspruch zu nehmen
  • Das Ausbildungsverhältnis muss zum Zeitpunkt der Antragstellung bestehen, darf nicht vor dem 01.06.2020 begonnen worden und die Probezeit muss bereits abgelaufen sein.

Details zur Beantragung und aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf dieser NBank-Webseite.

Einstellung und Übernahme von Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben
(Antragstellung bis 31.10.2022)

Dieses Förderprogramm unterstützt Ausbildungsbetriebe, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen bzw. einstellen und somit die Fortführung der Ausbildung gewährleisten. Die Betriebe können somit einen Beitrag zur Sicherung des künftigen Fachkräftenachwuchses leisten.
Antragsberechtigte Ausbildungsbetriebe:

  • Unternehmen und Betriebe
  • (Zusammenschlüsse von) Gebietskörperschaften
  • Angehörige der Freien Berufe
  • nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtete Organisationen
  • Verwaltungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts (außer Dienststellen des Landes und des Bundes)
  • Förderhöhe und Voraussetzungen:
  • Förderung maximal 50% der förderfähigen Ausgaben (nicht rückzahlbarer Zuschuss)
  • förderfähig sind Ausgaben des Unternehmens für die Ausbildungsvergütung einschließlich der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (Diese Ausgaben werden in Form von standardisierten Einheitskosten in Höhe von monatlich 600 € anerkannt.)
  • Der Ausbildungszeitraum gemäß Ausbildungsvertrag muss spätestens am 28.02.2023 enden.
  • Das Ausbildungsverhältnis muss mindestens 6 Monate bestehen.

Details zur Beantragung und aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf der NBank-Webseite.

Förderprogramme des Bundes

Ankündigung

Die Bundesregierung verlängert die Überbrückungshilfen (anteilige Erstattung der Fixkosten) für betroffene Unternehmen und Soloselbstständige bis zum 30. September 2021 (Laufzeit Juli bis September 2021). Bei der Überbrückungshilfe III Plus sind Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Die maximale monatliche Förderung beträgt 10 Mio. Euro.

Neuerungen bei der Überbrückungshilfe III Plus:

  • Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, erhalten wahlweise zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe **(„Restart-Prämie“)** als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten. Sie erhalten auf die Differenz der tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021 einen Zuschuss von 60 Prozent. Im August beträgt der Zuschuss noch 40 Prozent und im September 20 Prozent. Nach September 2021 wird kein Zuschuss mehr gewährt.
  • Ersetzt werden künftig Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.

Die Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und erhöht sich von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021.

Nach Anpassung des Programms kann die Antragstellung über die bekannte Plattform ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de erfolgen.

Überbrückungshilfe III
(Antragsstellung bis 31.08.2021)

Der Förderzeitraum umfasst den November 2020 bis Juni 2021. Der Fixkostenzuschuss maximal pro Monat wird von 200.000 € auf bis zu 1,5 Mio. € Überbrückungshilfe pro Monat erhöht. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben.

Sonderfall Jungunternehmen

Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Oktober 2020 gegründet wurden, können wählen:

  • Vergleich zum Monatsdurchschnitt des Jahres 2019 oder
  • Vergleich zum Durchschnitt der Monate Januar und Februar 2020
  • oder Vergleich zum Durchschnitt der Monate Juni bis September 2020
  • oder Vergleich zum monatlichen Durchschnittwert des geschätzten Jahresumsatzes 2020 der erstmaligen steuerlichen Erfassung

Geänderte Voraussetzungen für besonders betroffene Branchen:

  • Einzelhandel: Abschreibungen auf Saisonware können zu 100 Prozent als Fixkosten angesetzt werden
  • Reisebranche: Umfassende Berücksichtigung von Kosten und Umsatzausfällen durch Absagen und Stornierungen
    Aktualisierung
    : Für Unternehmen der Veranstaltungs- und Reisewirtschaft wird zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von 20 Prozent der Lohnsumme eingeführt, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen wäre. Die maximale Gesamtförderhöhe dieser Anschubhilfe beträgt 2 Mio. Euro.
  • Pyrotechnikindustrie: Es kann eine Förderung für die Monate März bis Dezember 2020 beantragt werden. Zusätzlich können Lager- und Transportkosten für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 angesetzt werden.

Investitionen in Digitalisierung werden bei den Fixkosten berücksichtigt

 Neu bei den erstattungsfähigen Kostenpositionen sind Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter bis zu einer Höhe von 50 Prozent sowie Investitionen in Digitalisierung. Zusätzlich zu den Umbaukosten für Hygienemaßnahmen werden Investitionen in Digitalisierung (z.B. Aufbau oder Erweiterung eines Online-Shops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) bei den Fixkosten berücksichtigt. Für beide Bereiche werden nunmehr auch Kosten berücksichtigt, die außerhalb des Förderzeitraums entstanden sind. Konkret werden entsprechende Kosten für bauliche Maßnahmen bis zu 20.000 Euro pro Monat erstattet, die im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind. Für Digitalinvestitionen können einmalig bis zu 20.000 Euro gefördert werden.

Eigenkapitalzuschuss

 Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Der Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur Überbrückungshilfe III gezahlt. Der Eigenkapitalzuschuss ist gestaffelt und steigt an, je länger Unternehmen einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten haben.

Monate mit Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent
Höhe des Zuschlags:
1. und 2. Monat = kein Zuschlag
3. Monat = 25 Prozent
4. Monat = 35 Prozent
5. und jeder weitere Monat = 40 Prozent
Weitere Details und Informationen finden Sie darüber hinaus unter: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Dezemberhilfe
(Erstantragsstellung nicht mehr möglich, Änderungsanträge bis 30.06.2021)

Mit der Dezemberhilfe können im Grundsatz erneut Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus Dezember 2019 anteilig für die Anzahl an Tagen der Schließung im Dezember 2020 gewährt werden. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die direkt von den am 28. Oktober, 25. November und 3. Dezember 2020 erlassenen temporären Schließungen betroffen sind.
Auch sind Unternehmen antragsberechtigt, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen oder indirekt über Dritte. Die Antragsstellung erfolgt wie bei der Novemberhilfe, elektronisch durch Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, vereidigte Buchprüfer*innen oder Rechtsanwält*innen über die Überbrückungshilfe-Plattform.

Novemberhilfe
(Erstantragsstellung nicht mehr möglich, Änderungsanträge bis 30.06.2021)

Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die aufgrund des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten, sind antragsberechtigt. Ebenfalls antragsberechtigt sind Unternehmen, die indirekt stark betroffen sind (regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungs-Maßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen).
  • Die Höhe der Novemberhilfe beträgt 75 Prozent des Vergleichsumsatzes und wird anteilig für jeden Tag im November 2020 berechnet, an dem ein Unternehmen tatsächlich vom Corona-bedingten Lockdown direkt, indirekt oder über Dritte betroffen war (Leistungszeitraum).
  • Kulturschaffende und andere Soloselbstständige haben zudem ein Wahlrecht: Sie können als Vergleichsumsatz alternativ zum durchschnittlichen Umsatz im November 2019 auch den durchschnittlichen Umsatz im Jahr 2019 zugrunde legen.
  • Eine Anrechnung von anderen gleichartigen Corona-bedingten Zuschussprogrammen des Bundes und der Länder auf die Novemberhilfe findet dann statt, wenn sich der Leistungszeitraum überschneidet.
    Darlehen wie der KfW-Schnellkredit werden grundsätzlich nicht auf die Novemberhilfe angerechnen. Kurzarbeitergeld inklusive der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen wird für den Leistungszeitraum auf die Leistungen der Novemberhilfe angerechnet.
  • Die Antragsstellung erfolgt elektronisch durch Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, vereidigte Buchprüfer*innen oder Rechtsanwält*innen über die Überbrückungshilfe-Plattform.
  • Soloselbständige sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 Euro unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt, sofern sie bisher noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben. Als Voraussetzung hierfür benötigen sie ein ELSTER-Zertifikat. Informationen zur Erstellung eines Benutzerkontos für ELSTER und zur Zertifikatsdatei finden Sie auf dem ELSTER-Portal. Soloselbständige erhalten die beantragte Förderung direkt in voller Höhe.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf dieser Webseite. Dazu bietet die IHK Oldenburg ein Tutorial zur Beantragung an.

Überbrückungshilfe II
(Änderungsanträge bis 31.05.2021)

Das Corona-Hilfsprogramm, die Überbrückungshilfe II kann für den Zeitraum September bis Dezember 2020 gestellt werden und knüpft direkt an die Überbrückungshilfe I an, die von Juni bis August 2020 beantragt werden konnte. Die Überbrückungshilfe II bietet finanzielle Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützige Organisationen. Sie soll helfen, Umsatzrückgänge während der Corona-Krise abzumildern und so die Existenz von gefährdeten Unternehmen, Soloselbständigen und Freiberufler*innen zu sichern. Die Beantragung erfolgt ausschließlich über die Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen oder vereidigten Buchprüfer*innen.
  • Die Höhe der Überbrückungshilfe II bemisst sich nach der Höhe der Umsatzeinbußen der Fördermonate im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr.
  • Gefördert werden die fortlaufenden betrieblichen Fixkosten.
  • Die Höhe der Überbrückungshilfe bemisst sich nach der Höhe der Umsatzeinbußen des Fördermonats im Vergleich zum Vorjahresmonat. Umsatzeinbruch von
    - mehr als 70% = 90 % Erstattung der Fixkosten
    - 70 % bis 50 % = 60 % Erstattung der Fixkosten
    - unter 50 % bis 30 % = 40 % Erstattung der Fixkosten
  • Die maximale Förderung beträgt 50.000 € pro Monat.
Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für den jeweiligen Fördermonat.
Antworten zu den wichtigsten Fragen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
Details zur Beantragung und aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf dieser Webseite.

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Ziel des Bundes-Förderprogrammes Ausbildungsplätze sichern ist die Unterstützung der Aufnahme einer Ausbildung bei jungen Menschen. Gegenstand der Förderung sind Berufsausbildungen in Unternehmen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Engpässe geraten sind.

Ausbildungsprämie & Ausbildungsprämie Plus

Förderberechtigte KMU, die ihr Ausbildungsniveau halten (im Vergleich zu den drei Vorjahren) können die Ausbildungsprämie beantragen. Die Unternehmen erhalten für jeden im Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 € Prämie (nach Abschluss der Probezeit). Im kommenden Ausbildungsjahr wird die Prämie auf 4.000 € steigen. Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungskapazitäten im Verglech zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten einen Zuschuss in Höhe von 6.000 €  (vorher 3.000 €) für jeden weiteren Ausbildungsvertrag (Ausbildungsprämie Plus").

Vermeidung von Kurzarbeit: Antragstellung bis zum 26. Juni 2021

Ausbildende KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 %) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, erhalten 75 % der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden zutreffenden Monat. Geplant ist ebenfalls zusätzlich die Ausbildervergütung zu bezuschussen.

Auftrags- und Verbundausbildung

Falls es ausbildenden KMU zwischenzeitlich pandemiebedingt nicht möglich ist die Ausbildung fortzusetzen, können andere KMU, überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister befristet die Ausbildung übernehmen und dafür eine Prämie in Höhe von 4.000 € je Azubi erhalten. Zukünftig soll auch der Stammausbildungsbetrieb die Förderung beantragen können. Die Mindestdauer der geförderten Auftrags- oder Verbundausbildung sinkt auf vier Wochen. Die Förderhöhe wird künftig 450 € pro Woche betragen, höchstens 8.100 € (das entspricht 18 Wochen).

Übernahmeprämie:Antrag muss spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit gestellt werden

Unternehmen, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen Unternehmen jeder Größe bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, können je Azubi eine Prämie von 3.000 € erhalten. Die Prämie wird künftig auf 6.000 € steigen und auch dann gezahlt werden, wenn Azubis übernommen werden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt gekündigt oder aufgelöst wurde. Die Übernahme der oder des Auszubildenden findet zwischen dem 1. August 2020 und dem 31. Dezember 2021 statt.

Lockdown II-Sonderzuschuss:Antragstellung bis zum 31. Juli 2021

Ausbildende Kleinstunternehmen (mit bis zu 4 Beschäftigten) können einen Zuschuss in Höhe von 1000 € erhalten, wenn der Ausbildungsbetrieb im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants) wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt hat.

Förderung von Prüfungsvorbereitungen

Ausbildungsbetriebe (mit bis zu 499 Mitarbeiter*innen), die besonders stark von der Pandemie betroffen sind, können einen Zuschuss zu den Kosten für Prüfungsvorbereitungslehrgäng erhalten. Der Zuschuss beträgt 50 % der entstandenen Kosten, maximal 500 €.

Beantragung der Zuschüsse

Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen können diese Unterstützungen bei den örtlichen Arbeitsagenturen beantragen.Details zur Beantragung und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite der Agentur für Arbeit.

Förderprogramme der KfW:

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Bank) schürt ein Maßnahmepaket, um Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise zu unterstützen. Sie verfolgt dabei das Ziel, die kurzfristige Versorgung von Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern.

Alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite der KfW Bank. Die KfW hat eine Hotline für gewerbliche Kredite eingerichtet 0800 539 9001.

Dazu werden bestehende Kreditprogramme genutzt und Zugangsbedingungen sowie Konditionen für Unternehmen verbessert. Im Konkreten bieten sich für Unternehmen folgende Möglichkeiten:

KfW-Schnellkredit 2020 - für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern
(Antragsstellung bis 31.12.2021)

Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, kann ein „Sofortkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden:

  • Der Schnellkredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.
  • Kleinere und große Kreditbeträge – bis zu 1.800.000 Euro
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz in Höhe von aktuell 3,00 % mit Laufzeit 10 Jahre.
  • 2 Jahre keine Tilgung
  • förderfähige Kosten: Sachinvestitionen  (= Anschaffungen) und Betriebsmittel (= laufende Kosten wie Miete, Gehälter, Warenlager)
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.
  • Der Kredit wird nicht bei der KfW, sondern bei der Hausbank beantragt

Details zur Beantragung und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der KfW-Webseite.

KfW Unternehmerkredit - für Bestandsunternehmen, die mindestens 5 Jahre am Markt sind
(Antragsstellung bis 31.12.2021)

  • bis zu 1 Mrd. Euro Kreditbetrag
  • auch für Vorhaben im Ausland
  • reduzierter Zinssatz von 1,00 bis 2,12 % p.a.
  • 90 % Haftungsfreistellung für KMU bzw. 80 % Haftungsfreistellung für große Unternehmen. Das bedeutet, dass die KfW 80 % bzw. 90 % des Kreditausfallrisikos übernimmt - das restliche Risiko trägt die Hausbank

ERP-Gründerkredit-Universell - für Existenzgründungen und Unternehmen, die bis zu 5 Jahre am Markt sind
(Antragsstellung bis 31.12.2021)

  • bis zu 1 Mrd. Euro Kreditbetrag
  • reduzierter Zinssatz von 1,00 bis 2,12 % p.a.
  • 90 % Haftungsfreistellung für KMU bzw. 80 % Haftungsfreistellung für große Unternehmen
Details zur Beantragung und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite der KfW Bank.
Hier können Sie Ihren KfW-Kreditantrag für Ihre Hausbank vorbereiten.

BAFA-Programm Förderung unternehmerischen Know-hows

(um Modul für Corona betroffene KMU und Freiberufler ergänzt)

Gefördert wird die Beratung (durch einen externen Unternehmensberater) von KUM und Freiberuflern, die von der Corona-Krise betroffen sind. Wirtschaftliche Folgen der Krise sind u.a. Kurzarbeit, Ausfall von Arbeitskräften und Produktionen, Wegfall von Kunden, verkürzte Öffnungszeiten oder gar Schließungen von Unternehmen. Ein externer Unternehmensberater kann hierzu vielfältig Hilfestellung geben.

  • betroffene Unternehmen erhalten von der Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss in Höhe von 100 %, maximal jedoch 4.000 €, der in Rechnung gestellten Beratungskosten (Vollfinanzierung). Der Zuschuss wird vom BAFA als Bewilligungsbehörde direkt auf das Konto des Beratungsunternehmens ausgezahlt.
  • zu den Beratungskosten zählen neben dem Honorar auch die Reisekosten sowie Auslagen des Beraters.
  • Die in Rechnung zu stellende Umsatzsteuer wird nicht bezuschusst und ist wie auch über die 4.000 € hinausgehenden Rechnungsbeträge vom Unternehmen zu tragen.
  • Ein Stunden- oder Tagessatz für beanspruchte Beratungsleistungen ist nicht vorgegeben.

Details zur Beantragung und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der BAFA-Webseite.

Landesbürgschaften:
  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Unternehmen der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft, Angehörige freier Berufe sowie Träger sozialer, kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen können Anträge stellen.
  • Ansprechpartner für Finanzierungen bis zu einem Bürgschaftsvolumen von 2,5 Mio. € ist die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB). (maximalen Bürgschaftsquote von 80 Prozent)
  • Finanzierungen ab einem Bürgschaftsvolumen von 2,5 Millionen Euro oder solche, die durch die NBB nicht verbürgbar sind, können über die PricewaterhouseCoopers GmbH (PWC) als Landesbürgschaft beantragt werden.
Um die Liquiditätsbereitstellung zu beschleunigen, eröffnet der Bund die Möglichkeit, dass die Bürgschaftsbanken Bürgschaftsentscheidungen bis zu einem Betrag von 250.000 € eigenständig und innerhalb von 3 Tagen treffen können.

Details zur Beantragung und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite von PWC.

Großbürgschaftsprogramm:

Der Bund ermöglicht die Absicherung von Betriebsmittelfinanzierungen und Investitionen ab einem Bürgschaftsbedarf von 50 Mio. € (Bürgschaftsquote von bis zu 80%).

Verfahren bei Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz

  • Nach dem Infektionsschutzgesetz erhält eine Entschädigung, wer beispielsweise unter Quarantäne steht und deshalb nicht erwerbstätig sein kann. Bei Beschäftigten zahlt in der Regel das Unternehmen weiter, das sich jedoch das Geld erstatten lassen kann.
  • Die Entschädigung gibt es auch für Selbstständige.
    • Grundlage dafür ist der Gewinn, der im Steuerbescheid für das letzte Kalenderjahr festgestellt wurde.

Die Entschädigung ist binnen drei Monaten beim zuständigen Gesundheitsamt zu beantragen.

Bitte beachten Sie!

Sofern kein Bescheid vom Gesundheitsamt Göttingen bezüglich eines Tätigkeitsverbots nach § 31 Infektionsschutzgesetz (IfSG) oder eine Quarantänemaßnahme nach § 30 IfSG vorliegt, besteht kein Anspruch auf eine Entschädigung nach § 56 IfSG.

Die Allgemeinverfügung des Landkreises Göttingen/Stadt Göttingen vom 20.03.2020 stützt sich auf § 28 Abs. 1 IfSG, wonach die zuständige Behörde erforderliche Schutzmaßnahmen (u.a. Kontaktverbot, Schließung von Betrieben/Einrichtungen) die zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich sind, treffen kann.

Aus der Allgemeinverfügung lässt sich jedoch kein genereller Anspruch nach § 56 IfSG ableiten. Die ergriffenen Schutzmaßnahmen der oben genannten Allgemeinverfügung stellen keine Tätigkeitsverbote bzw. Quarantänemaßnahmen dar.

Antrag auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Erhalten Arbeitnehmer*innen einen sogenannten „Corona-Absonderungsbescheid“, d.h. erhalten Arbeitnehmer*innen ein berufliches Tätigkeitsverbot und müssen sich in eine vom Gesundheitsamt angeordnete Corona-Quarantäne begeben, sind Arbeitgeber*innen grundsätzlich weiterhin verpflichtet Entgeltfortzahlungen zu leisten.

Im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) können Arbeitgeber*innen nach § 56 IfSG einen Antrag auf Entschädigung zur Erstattung der geleisteten Entgeltzahlungen beim zuständigen Gesundheitsamt stellen.

Leistet der Arbeitgeber / die Arbeitgeberin keine Lohnfortzahlung bei behördlich angeordneter Corona-Quarantäne, kann ebenfalls die Antragstellung durch den Arbeitnehmer / die Arbeitnehmerin selbst erfolgen.

Wer kann alles den Antrag stellen?

  • Arbeitgeber oder Arbeitnehmer
  • Selbständige
  • Heimarbeiter

Hinweis:

Eine Entschädigung nach § 56 IfSG wird nur nicht erkrankten Personen gewährt soweit diese keinen anderen gesetzlichen oder vertraglichen Anspruch auf Lohnfortzahlung etc. haben.

Bei erkrankten Personen, bei denen eine bestätigte Covid-19 Infektion vorliegt, ist die weitere Verdienstgewährung über die Lohnfortzahlung und im Anschluss über das Krankengeld bzw. die private Krankenversicherung abgesichert.

Wie stelle ich den Antrag?

Die downloadbaren Anträge sind ausschließlich als PDF per E-Mail an entschaedigungifsg@goettingen.de oder aber postalisch an Team Erstattungsanträge im Neuen Rathaus zu senden. Für weitere Fragen steht Ihnen das Team Erstattungsanträge zur Verfügung.

Das gilt nicht für freiwillige Quarantäne. Hier entsteht kein Anspruch auf Entschädigungszahlung.

Ersatzzahlungen für Unternehmen die schließen mussten gibt es laut Infektionsschutzgesetz nicht. Grund: Die von der Stadt angeordneten Schutzmaßnahmen (z.B. Ladenschließungen) stellen keine Quarantänemaßnahmen dar.

Weiterführende Informationen und das Antragsformular erhalten Sie auf dieser Webseite.

Details und alle aktuellen Informationen hierzu finden Sie außerdem unter 


Informationen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellt weiterhin Informationen zu den Auswirkungen des Corona Virus auf die deutsche Wirtschaft dar. Unter dem folgendem Link können Sie weitere Informationsangebote sehen. Dazu finden Sie die wichtigsten Telefon Hotlines, die Ihnen zu Informationszwecken zur Verfügung stehen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums und des Niedersächsische Wirtschaftsministeriums.

Weitere Möglichkeiten sind die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern.

Zurück zur Übersicht

·   Ansprechpartner für Finanzierungen bis zu einem Bürgschaftsvolumen von 1,25 Mio. € ist die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB). (dies entspricht bei einer maximalen Bürgschaftsquote von 80 Prozent einem Kreditvolumen von € 1.562.500)

·   Finanzierungen ab einem Bürgschaftsvolumen von 1,25 Millionen Euro oder solche, die durch die NBB nicht verbürgbar sind, können über die PricewaterhouseCoopers GmbH als Landesbürgschaft beantragt werden

Sitemap